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APURO A10³ DES gegen CORONA-Viridae (inkl. SARS/MERS) wirksam getestet ist.


Chlorbasierte Desinfektionsmittel: Anforderungen an die Zertifizierung durch den VAH


Anforderungen an Hersteller zur Zertifizierung erweitert und präzisiert
Derzeit werden beim VAH vermehrt Anträge zur Zertifizierung von Produkten gestellt, deren Hauptwirkstoffe chlorabspaltende Verbindungen sind. Der VAH weist ausdrücklich auf Besonderheiten bei der Herstellung dieser Verbindungen über Elektrodiaphragmalyse hin. So kann es z.B. in Abhängigkeit des Diaphragmalyseverfahrens zu deutlichen pH-Wert-Unterschieden der generierten Wirkstofflösungen kommen, die dann einen erheblichen Einfluss auf die Wirksamkeit, aber auch auf die Korrosivität haben. Außerdem sind die generierten Wirkstoffe unterschiedlichen Zerfallsprozessen unterworfen, die auch die Verwendbarkeit der Wirkstofflösungen Einfluss nehmen.

Die Desinfektionsmittel-Kommission im VAH beschließt, dass für Zertifizierungen von Produkten auf Basis chlorabspaltender Verbindungen, die über eine Elektrodiaphragmalyse hergestellt werden, zusätzlich zu den bisher geltenden Anforderungen an Prüfbericht und Gutachten (gemäß Methodenbuch Kap.3.2 [1]), ab sofort mindestens am ersten und letzten Testtag der Verwendung des jeweiligen Prüfmusters der Gehalt des gesamten und des freien Chlors (Aktivchlor) sowie die Redoxspannung des geprüften Produktes dokumentiert und im Prüfbericht angegeben werden müssen. Als Verfahren der Bestimmung von freiem Chlor und Gesamtchlor kann z.B. das kolorimetrische Verfahren mit N,N-Diethyl-1,4-Phenylendiamin nach DIN EN ISO 7393-2 eingesetzt werden (ggfs. nach Vorverdünnung mit A. dest). Als Verfahren für die Bestimmung der Redoxspannung kann z.B. die DIN 38404-C 6 eingesetzt werden. Weiterhin muss der Hersteller mit Daten belegen, über welchen Zeitraum das Konzentrat bei täglicher Entnahme den zertifizierten Gehalt an freiem Chlor (Aktivchlor) behält.

Der Mindestwirkstoffgehalt an freiem Chlor (Aktivchlor) im Produkt sowie der Verwendungszeitraum, über den dieser Wirkstoffgehalt garantiert ist, werden im Zertifikat des VAH aufgeführt.

Warnhinweise für Einkäufer und Anwender
Händedesinfektion
Zur Anwendung von Natriumhypochlorit als Händedesinfektionsmittel liegen in Deutschland bisher keine Erfahrungen vor. Vorläufig gibt es noch keine Biozidprodukte, die für diese Anwendung zugelassen sind, d.h. die hinsichtlich ihrer Qualität und Unbedenklichkeit zusätzlich zur Wirksamkeit von einer Zulassungsbehörde bewertet wurden. Aufgrund der Instabilität und möglicher Hautirritation durch jetzt im Handel befindliche chlorhaltige Produkte wird dringend von der Verwendung chlorhaltiger Produkte für die Händedesinfektion abgeraten.

Flächendesinfektion
Bei Produkten auf Chlorbasis für die Flächendesinfektion muss aufgrund der Instabilität auf den Gehalt an Aktivchlor geachtet werden.

Bei der Anwendung ist darauf zu achten, dass korrosive Effekte auftreten können und eine Mischung chlorhaltiger Lösungen mit sauren Reinigern dringend zu vermeiden ist. Bei Verwendung in geschlossenen Räumen sind die MAK-Werte zu beachten. Eine ausreichende Lüftung ist sicherzustellen.

Dem VAH liegen Informationen vor, dass bei Produkten vermehrt mit dem Hinweis „VAH-zertifiziert" oder „VAH-Liste" für Anwendungsbereiche geworben wird, für die keine VAH-Zertifizierung vorliegt. Wir empfehlen. diese Aussagen immer in der VAH-Online-Liste nachzuprüfen [3] und bitten, den VAH über solche Sachverhalte in Kenntnis zu setzen.

Literatur

  1. VAH (Hrsg.). Anforderungen und Methoden zur VAH-Zertifizierung chemischer Desinfektionsverfahren. Wiesbaden: mhp Verlag. Grundwerk mit Ergänzungen, Stand 15.06.2020.
  2. VAH (Hrsg.). Qualitätskennzeichen für den Einkauf von Händedesinfektionsmitteln. HygMed 2020;5 (im Druck). Online-Veröffentlichung vorab: https://vah-online.de/de/news-detail/qualitaetskennzeichen-fuer- den-einkauf-von-haendedesinfektionsmitteln
  3. VAH (Hrsg.). Desinfektionsmittel-Liste des VAH. Online-Portal https://vah-liste.mhp-verlag.de/

Kontakt
Verbund für Angewandte Hygiene (VAH) e.V.
c/o Institut für Hygiene und öffentliche Gesundheit der Universität Bonn
Venusberg-Campus 1
D-53127 Bonn
E-mail: info@vah-online.de
Webseite: www.vah-online.de
Tel: 0049 (0)228-287 1 4022
Fax: 0049 (0)228 287 1 9522

Zitierweise:
VAH (Hrsg.). Chlorbasierte Desinfektionsmittel: Anforderungen an die Zertifizierung durch den VAH. Stand 07.05.2020. Vorabveröffentlichung online auf www.vah-online.de

Quelle: © Verbund für Angewandte Hygiene e.V., Desinfektionsmittel-Kommission, 08.05.2020

Natriumhypochlorit - Nicht alle Desinfektionsmittel sind zuverlässig


Desinfektionsmittel sind in diesen Zeiten stark gefragte Produkte. Auf dem Markt tummeln sich zahlreiche Anbieter, die ihre Produkte nicht immer seriös bewerben. Manchmal fehlen sogar wichtige Angaben – hier das Beispiel Natriumhypochlorit.

Zu den stark beworbenen Produkten zählen vermehrt Handdesinfektionsmittel sowie Hand-/Flächendesinfektionsmittel, die Natriumhypochlorit als Wirkstoff enthalten. Mit ausgelobten Vorteilen wie »bio«, »ohne Chemie«, »vegan«, »für Babys und Kleinkinder geeignet« oder »dermatologisch getestet« erwecken manche Hersteller den Eindruck, das jeweilige Präparat sei besonders gut verträglich.

Einige der Werbeaussagen widersprechen dabei eindeutig § 72 Biozid-Verordnung, der eine irreführende Werbung verbietet. Angaben zu Einwirkzeiten können fehlen oder unpräzise sein, wie »innerhalb von Sekunden«. Eines der Produkte soll angeblich sogar so verträglich sein, dass Kinder davon 100 Milliliter ohne gesundheitliche Probleme trinken können. Die Pharmazeutische Zeitung hat sich in einer Stichprobe sieben Produkte genauer angeschaut und festgestellt, dass der Gehalt von Natriumhypochlorit zwischen 0,04 und 0,15 Prozent variiert beziehungsweise bei einem Produkt gar nicht angegeben ist. Hier findet sich stattdessen der Hinweis »kann je nach Anwendung verdünnt werden«.

Zur Einordnung: Die WHO empfiehlt für die Flächendesinfektion im Kampf gegen SARS-CoV-2 Lösungen mit 0,5 Prozent Natriumhypochlorit. Dem entspricht auch das Hypochlorit-haltige Flächendesinfektionsmittel, das Apotheken gegenwärtig auf Basis der Allgemeinverfügung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit (BAuA) herstellen dürfen.

Professor Dr. Günter Kampf von der Universitätsmedizin Greifswald und Professor Dr. Eike Steinmann von der Ruhr-Universität Bochum haben in ihren derzeit viel zitierten Untersuchungen gezeigt, dass Desinfektionslösungen auf Basis von Natriumhypochlorit in einer Konzentration von 0,1 Prozent die Infektiosität von Coronaviren auf Oberflächen innerhalb einer Einwirkzeit von einer Minute signifikant reduzieren.

Die Frage ist, ob Produkte mit relativ niedriger Natriumhypochlorit-Konzentration gegen Coronaviren ausreichend wirksam sind und ob sie sicher auf der Haut angewendet werden können. Die meisten Mittel sind auf der Grundlage von Übergangsvorschriften verkehrsfähig und lediglich bei der BAuA registriert. Ein Nachweis der Wirksamkeit und Unbedenklichkeit ist erst 2024 zu erbringen. Auf der Liste der geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel vom Verbund für Angewandte Hygiene (VAH-Liste) werden die meisten der recherchierten Präparate nicht genannt.

Wenn Kunden in der Apotheke nach Desinfektionsmitteln fragen, auf die sie durch Werbeanzeigen aufmerksam geworden sind, sollten Apotheker und PTA die Produkte kritisch unter die Lupe nehmen. Desinfektionsmittel müssen vor allem zuverlässig wirken und dürfen die Gesundheit nicht schädigen. Ob sie vegan oder bio sind, ist erst an zweiter Stelle interessant.

Quelle: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/nicht-alle-desinfektionsmittel-sind-zuverlaessig/

Aktuelle wissenschaftliche Stellungnahmen zum Corona-Virus


Aus aktuellem Anlass haben wir uns bezüglich der drohenden Corona-Virus-Pandemie entschlossen, alle uns zur Bekämpfung des Corona-Virus zur Verfügung stehenden Informationen transparent zu machen.
Es gibt hierzu einige wichtige Parameter, die bei der Prävention und Auswahl geeigneter Anti-Corona-Virus-Mittel zu beachten sind.

Corona-Viren bekämpfen - Aktueller Artikel der Uni Greifswald


Corona-Viren auf Flächen
Zitat – Universität Greifswald, 07.02.2020: Ein Fachartikel im „Journal of Hospital Infection" fasst alles zusammen, was die Forschung über die Lebensdauer von Coronaviren auf Oberflächen und die Wirkung von Desinfektionsmitteln weiß.
Wie lange leben Coronaviren auf Oberflächen wie Türklinken oder Krankenhausnachttischen? Mit welchen Mitteln lassen sie sich wirksam abtöten? Alle Antworten, die die Forschung zu solchen Fragen derzeit kennt, hat ein Forschungsteam aus Greifswald und Bochum zusammengestellt und am 6. Februar 2020 (DOI: 10.1016/j.jhin.2020.01.022) veröffentlicht.

Verbreitung über Tröpfchen, Hände und Oberflächen
Das neuartige Coronavirus 2019-nCoV macht weltweit Schlagzeilen. Da es keine spezifische Therapie dagegen gibt, ist besonders die Vorbeugung gegen Ansteckungen bedeutend, um die Krankheitswelle einzudämmen. Wie alle Tröpfcheninfektionen verbreitet sich das Virus auch über Hände und Oberflächen, die häufig angefasst werden. „Im Krankenhaus können das zum Beispiel Türklinken sein, aber auch Klingeln, Nachttische, Bettgestelle und andere Gegenstände im direkten Umfeld von Patienten, die oft aus Metall oder Kunststoff sind", erklärt Prof. Dr. Günter Kampf vom Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Universitätsmedizin Greifswald.

Gemeinsam mit Prof. Dr. Eike Steinmann, Inhaber des Lehrstuhls für Molekulare und Medizinische Virologie der Ruhr-Universität Bochum (RUB), hatte er für ein geplantes Fachbuch bereits umfassende Erkenntnisse aus 22 Studien über Coronaviren und deren Inaktivierung zusammengestellt. „In der aktuellen Situation schien es uns das Beste, diese gesicherten wissenschaftlichen Fakten vorab zu veröffentlichen, um alle Informationen auf einen Blick zur Verfügung zu stellen", so Eike Steinmann.

Auf Oberflächen bis zu neun Tage lang infektiös
Die ausgewerteten Arbeiten, die sich unter anderem mit den Erregern Sars-Coronavirus und Mers-Coronavirus befassen, ergaben zum Beispiel, dass sich die Viren bei Raumtemperatur bis zu neun Tage lang auf Oberflächen halten und infektiös bleiben können. Im Schnitt überleben sie zwischen vier und fünf Tagen. „Kälte und hohe Luftfeuchtigkeit steigern ihre Lebensdauer noch", so Kampf.
Tests mit verschiedensten Desinfektionslösungen zeigten, dass Mittel auf der Basis von Ethanol, Wasserstoffperoxid oder Natriumhypochlorit gegen die Coronaviren gut wirksam sind. Wendet man diese Wirkstoffe in entsprechender Konzentration an, so reduzieren sie die Zahl der infektiösen Coronaviren binnen einer Minute um vier sogenannte log-Stufen, was zum Beispiel bedeutet von einer Million auf nur noch 100 krankmachende Partikel. Wenn Präparate auf anderer Wirkstoffbasis verwendet werden, sollte für das Produkt mindestens eine Wirksamkeit gegenüber behüllten Viren nachgewiesen sein („begrenzt viruzid"). „In der Regel genügt das, um die Gefahr einer Ansteckung deutlich zu reduzieren", meint Günter Kampf.

Erkenntnisse sollten auf 2019-CoV übertragbar sein
Die Experten nehmen an, dass die Ergebnisse aus den Untersuchungen über andere Coronaviren auf das neuartige Virus übertragbar sind. „Es wurden unterschiedliche Coronaviren untersucht, und die Ergebnisse waren alle ähnlich", sagt Eike Steinmann.

Originalveröffentlichung
Günter Kampf, Daniel Todt, Stephanie Pfaender, Eike Steinmann: Persistence of coronaviruses on inanimate surfaces and its inactivation with biocidal agents, in: Journal of Hospital infection 2020, DOI: 10.1016/j.jhin.2020.01.022

Quelle
Medieninformation der Ruhr-Universität Bochum, 07.02.2020
Ein Medienfoto kann von den Internetseiten der RUB abgerufen werden.
www.uni-greifswald.de/aktuell
www.uni-greifswald.de/veranstaltungen

Studie zur Bekämpfung der Corona-Viren 22_01_2020


Übersetzung ins Deutsche: Karsten Theobald
Persistenz von Coronaviren auf leblosen Oberflächen und deren Inaktivierung mit Bioziden
Günter Kampf, Daniel Todt, Stephanie Pfaender, Eike Steinmann
https://doi.org/10.1016/j.jhin.2020.01.022 Rechte und Inhalte

Zusammenfassung
Zur Zeit ist die Entstehung eines neuartigen humanen Coronavirus mit dem temporären Namen 2019-nCoV zu einem globalen Gesundheitsproblem geworden, welches beim Menschen schwere Infektionen der Atemwege verursacht. Es wurden Übertragungen von Mensch zu Mensch mit Inkubationszeiten zwischen 2 und 10 Tagen beschrieben, welche durch die Ausbreitung über Tröpfchen, kontaminierte Hände oder Oberflächen erleichtert werden. Wir haben daher die Literatur zu allen verfügbaren Informationen über die Persistenz von menschlichen und veterinärmedizinischen Coronaviren auf leblosen Oberflächen sowie zu Inaktivierungsstrategien mit Biozidmitteln zur chemischen Desinfektion, z. B. in Gesundheitseinrichtungen, überprüft.

Die Analyse von 22 Studien zeigt, dass humane Coronaviren wie das SARS-Coronavirus (Severe Acute Respiratory Syndrome), das MERS-Coronavirus (Middle East Respiratory Syndrome) oder endemische humane Coronaviren (HCoV) auf leblosen Oberflächen wie Metall, Glas oder Kunststoff für bis zu 9 Tage bestehen bleiben können. Jedoch können durch Flächendesinfektionsverfahren mit 62-71% Ethanol, 0,5% Wasserstoffperoxid oder 0,1% Natriumhypochlorit innerhalb von 1 Minute die Corona-Viren effizient inaktiviert werden.
Andere biozide Mittel wie 0,05 bis 0,2% Benzalkoniumchlorid oder 0,02% Chlorhexidindigluconat sind weniger wirksam. Da für 2019-nCoV keine spezifischen Therapien verfügbar sind, wird eine frühzeitige Eindämmung und Verhinderung einer weiteren Ausbreitung von entscheidender Bedeutung sein, um den anhaltenden Ausbruch zu stoppen und diesen neuartigen Infektionsfaden zu kontrollieren.

„Übersetzung und Studien-Recherche durch Karsten Theobald, unseren Research-Partner und Gründer von SaarBIOM-Institut für Mikrobiom-Modulation mit Firmensitz an der Universität des Saarlandes (www.mikrobiomika.de)".

Von der Natur inspiriert